Ausbildung und Innovation

 

Die deutsche Wirtschaft lebt von Innovationen. Und für die Lackindustrie gilt das in vollem Umfang. Dabei ist klar, dass Deutschland gerade im Bereich der chemischen Industrie – und die Lackindustrie zählt dazu – seinen internationalen Spitzenplatz nur halten kann, wenn die Hersteller von Zubereitungen permanent neue Produkte mit vielseitigen und überlegenen Eigenschaften auf den Markt bringen. Nur eine steter Strom moderner, wissensintensiver Produkte sichert der Volkswirtschaft den notwendigen Wettbewerbsvorsprung vor der globalen Konkurrenz.

Innovationen entstehen in den Köpfen der Menschen. Die Unternehmen sind also gut beraten, in ihre Mitarbeiter zu investieren, um von deren Kreativität und Einfallsreichtum zu profitieren. Diese Investition beginnt schon bei der Ausbildung.

Gerade im Mittelstand bleibt die Lehrlingsausbildung die wesentliche Säule zur Mitarbeiterrekrutierung. Das hat mehrere Gründe: Zum ersten tut es Not, seine eigenen Mitarbeiter auszubilden, denn nicht jeder mittelständische Betrieb kann für technische Tätigkeiten Hochschul- oder Fachhochschulabsolventen einstellen. Obwohl zunehmend auch mittelständische Arbeitgeber für Akademiker interessant werden, gibt es immer noch eine begrenzte Nachfrage von Mittelständlern nach Hochschulabsolventen.

Zweitens ist gerade die Ausbildung im Betrieb – das duale System – eine der Säulen des wirtschaftlichen Erfolges in Deutschland. Die OECD beurteilt die Innovationskraft industriell entwickelter Länder zwar stark verkürzt danach, wie hoch der Anteil der Hochschulabsolventen an den jungen Menschen ist. Dies verkennt jedoch, dass auch in einer modernen („postindustriellen“) Volkswirtschaft die industriell organisierte Wertschöpfung immer noch eine wesentliche Grundlage des Wohlstandes bleibt. Im Ausland wird Deutschland um seine Lehrlingsausbildung und die darauf basierende Weiterbildung beneidet; sie stellt tatsächlich eine der Schlüsselgrößen für die Leistungsfähigkeit der hiesigen Wirtschaft dar. Auch die Produktion hochwertiger Lacke und Farben basiert in hohem Maß auf der Kompetenz und der beruflichen Identität der Mitarbeiter, die in den Betrieben ausgebildet wurden und dort oft lange Jahre tätig sind.


Erfahrung und Praxiskompetenz

Es ist wichtig zu erwähnen, dass gerade im Mittelstand Know-how in hohem Umfange Erfahrung und Praxiskompetenz bedeutet, Wissen also, das man nicht in Büchern nachlesen oder in Wochenendseminaren erlernen kann. Die Problemlösungskompetenz der Meister und Facharbeiter wird regelmäßig zugunsten der Studierten unterschätzt. Letztendlich gilt für jeden Betrieb, dass man ein ausgewogenes Verhältnis von akademischen und nichtakademischen Mitarbeitern gerade in den innovationsrelevanten Abteilungen Forschung, Entwicklung und Anwendungstechnik beschäftigen muss.

Lehrlingsausbildung und Nachwuchskräfteförderung sind für jedes Unternehmen ein wichtiger Bestandteil der langfristigen Unternehmenssicherung. Im Mittelstand gilt dies umso mehr, da die Unternehmen sich nicht darauf verlassen können, zur Not die benötigten Nachwuchskräfte für teures Geld von der Konkurrenz abwerben zu können, was sich mancher Großkonzern erlauben kann.

Führungskräfte werden in nicht allzu ferner Zukunft zu einer knappen Ressource werden. In 10 – 15 Jahren wird in der Altersgruppe der 30- bis 45-jährigen ein enormer Mangel gerade bei technisch-wissenschaftlich ausgebildeten Fachkräften bestehen, wenn jetzt nicht gegengesteuert wird. Einer McKinsey-Studie zufolge wird bis zum Jahr 2020 der Führungskräftenachwuchs in den relevanten Altersklassen um 29 Prozent zurückgehen.

Was erwarten heute junge Leute von ihrem Ausbildungsbetrieb bzw. dem Unternehmen, in dem sie später ihre Karriere vorantreiben wollen?

Ganz oben auf der Liste stehen natürlich interessante Arbeitsinhalte und die Anerkennung der eigenen Leistung. Wichtig sind aber auch die Chancen, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln und sich weiterzubilden. Interessanterweise rangieren die Ausgewogenheit von Arbeit und Privatleben und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch deutlich vor einem hohen Einkommen. Gerade bei den Wissensarbeitern, bei den Forschern und Entwicklern sind natürlich solche „weichen Arbeitsfaktoren“ von hoher Bedeutung. Wer sich ständig „genervt fühlt“, wird nicht so richtig kreativ und innovativ arbeiten können.

Auch Mittelständler sind als Arbeitgeber mittlerweile für junge Menschen durchaus attraktiv. Wichtiger als schiere Größe ist dabei offensichtlich, dass das Unternehmen innovativ ist und zu einer Zukunftsbranche gehört, international ausgerichtet arbeitet und ein entsprechendes Renommee hat. Auch die flache Hierarchie ist in kleinen Unternehmen von Vorteil; Mitarbeiter können oft viel Einfluss nehmen und verlieren sich nicht in der komplizierten Organisationsstruktur von Großunternehmen. Häufig wird ihnen bereits sehr früh die Chance gegeben, eigene Projekte durchzuführen und damit Zutrauen in die eigene Kreativität und die Innovationsfähigkeit zu gewinnen.  

Zu den Ausbildungsberufen Lacklaborant(in), Chemikant(in) und Produktionsfachkraft Chemie in einem Unternehmen der Lackindustrie ...

 

Zur Hochschulausbildung an einer der Hochschulen in Esslingen, Krefeld oder Paderborn ...