Nanotechnologie in der Lackindustrie
Kleine Teilchen mit großen Möglichkeiten
Die Nanotechnologie hat die Lack- und Druckfarbenindustrie verändert: Aus Forschungsergebnissen sind neue Materialien entstanden, die Beschichtungen mit früher unbekannten Eigenschaften ermöglichen oder traditionelle Produkte völlig veränderten. Die neue Technologie hat aber auch neue Erkenntnisse über schon sehr lange in der Lack- und Druckfarbenindustrie verwendete Rohstoffe zu Tage gefördert: Viele Vormaterialien (z.B. Pigmente und Füllstoffe) enthalten Nanoteilchen.
Nanotechnologie in neuartigen Beschichtungen
Die Nanotechnologie ist keine grundsätzlich neue Erfindung der Industrie. Die Natur produziert Nanopartikel in großen Mengen, so entstehen bei jedem Feuer Nanopartikel, in der Seeluft sind Nanoaerosole enthalten und bei der Winderosion entstehen enorme Mengen an „Nanostaub“. Die systematische Erforschung der Eigenschaften dieser winzig-kleinen Teilchen ermöglicht aber die gezielte Nutzung in Beschichtungen mit neuen Funktionalitäten:
- selbstreinigende Fassadenfarben (mit dem sogenannten Lotuseffekt)
- Effektlacke (für Handygehäuse oder Autokarosserien)
- antibakterielle Farben (für Krankenhäuser und lebensmittelverarbeitende Betriebe)
- hoch kratzfeste Lacke (für Autokarossen und andere Fahrzeuge)
- photokatalytische Farben (zur Reinigung der Innenraumluft).
Gibt es Risiken bei der Anwendung der Nanotechnologie in Beschichtungen?
Die Nanotechnologie ist eine junge und sehr dynamische Wissenschaft. Die Forscher entwickeln Methoden und Techniken, um Nanopartikel zu messen und zu untersuchen. Im Laufe der letzten 30 Jahre sind natürliche und industriell hergestellte Nanopartikel gut – aber noch nicht vollständig – untersucht worden. Daher gibt es offene Fragen hinsichtlich der Wirkung von Nanopartikeln auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt. So wird intensiv geforscht, ob einzelne Nanopartikel-Typen Schäden an der Lunge oder anderen Organen verursachen können. Ebenso wird daran gearbeitet, festzustellen, ob bestimmte Nanopartikel negative Auswirkungen auf die Umwelt haben können, beispielsweise auf Mikrolebewesen in Gewässern.
Auf die Chancen wie auf die Risiken hat sich die Lack- und Druckfarbenindustrie in Deutschland eingestellt. Der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. (VdL) hat die systematische Einführung der Nanotechnologie in der Branche von Anfang an begleitet. Insbesondere hat der VdL die Initiative ergriffen, als es darum ging, wissenschaftliche Studien über mögliche Risiken bei der Verarbeitung von Beschichtungen mit nanoskaligen Bestandteilen durchzuführen.






