Wetterschutz für historische Fassaden

Historische Fassaden prägen in Deutschland die Atmosphäre vieler Plätze und Straßen. Als Zeugnisse architektonischer Bau- und Handwerkskunst werden sie – gefördert mit Mitteln des Denkmalschutzes – mit großem Sachverstand erhalten. Eingesetzt werden dabei für Fassadenanstriche in erster Linie Siliconharz- und Silikatfarben. Beide Werkstoff-Typen haben ihre spezifischen Vorteile, die sie auch für die Beschichtung neuer Putzfassaden empfehlenswert machen. 

Heute lässt sich die Verschmutzungsneigung von Außenflächen deutlich reduzieren durch Siliconharzfarben, die in hohem Maße Wasser abweisen. Diese Werkstoffe sind zudem spannungsarm und nicht thermoplastisch, so dass Staubpartikel nicht mit ihnen verkleben können. Sie erzielen nicht filmbildende, mikroporöse Beschichtungen, die dennoch hohen Regenschutz bieten. Hinzu kommt die bauphysikalisch wertvolle Eigenschaft einer guten Wasserdampfdiffusionsfähigkeit, wie sie als „Atmungsaktivität“ besser bekannt ist.

Auch bei den Eigenschaften heutiger Silikatfarben haben sich deutliche Weiterentwicklungen durchgesetzt: Früher wurden bei Silikatfarben Kreide und andere calcitische Materialien eingesetzt, die nicht mit Wasserglas reagieren. Da calcitische Stoffe vom sauren Regen gelöst werden, wurden die Farbpigmente frei gelegt. Dieses Phänomen, das besonders bei hellen Farbtönen auftritt, ist   genannte Kreidung. Deswegen wurden diese Füllstoffe bei den heutigen Silikatfarben durch Quarzmehle ausgetauscht. Quarzitische Bestandteile reagieren mit dem Kaliwasserglas genauso wie das Kaliwasserglas mit dem mineralischen Untergrund, was auch als zweifaches Verkieseln bekannt ist. Erzielt werden dadurch besonders hohe Abriebfestigkeit, deutlich erhöhte Kreidungsstabilität sowie nochmals gesteigerte Farbbeständigkeit – alles Kriterien, die hohe Bedeutung für eine lange Lebensdauer der Beschichtung haben.

Leistungsgemeinschaft für Fassaden- und Innenputze

 

Lackchemie in 52 Kapiteln - eine Sammlung der Gesellschaft deutscher Chemiker

 

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Aktualisierung: 
1. September 2011