Farbe schafft Atmosphäre
Ob Wohn- oder Schlafzimmer, Küche oder Bad – die meisten Menschen entscheiden sich für Weiß an den häuslichen vier Wänden. Weil es zu allem passt, ist das auch nicht falsch, jedoch manchmal ziemlich langweilig. Farbige Wände und Decken bringen hingegen Leben in die Wohnung, setzen Akzente und sorgen für Atmosphäre. So wird die farbige Gestaltung von Wohnräumen zu einem kreativen Erfolgserlebnis. Der Mut zur Farbe wird jedoch meist nur dann belohnt, wenn auch bestimmte Grundsätze beachtet werden, so der Ratschlag von Farbdesignern. Jedes Jahr werden neue Trendfarbtöne ausgerufen und neue Gestaltungsideen kreiert. Doch bei der Auswahl der Farben ist eine gewisse Vorsicht angebracht. Allzu knallige Farben können sich negativ auf das Befinden auswirken oder sogar zur psychischen Belastung werden. Werden beispielsweise kleine Räume mit dunklen, kräftigen Farben gestrichen, wirken sie schnell eng und bedrückend. Für die effektvolle und gekonnte Farbgestaltung von Räumen gibt es einige allgemeingültige Regeln:
Gesättigte Farben sind „laut“. Je mehr Weiß beigemischt wird, desto „leiser“ und dezenter werden sie. Farben im Blau-Grün-Bereich haben eine eher „kühle“ Ausstrahlung (Abb. 1), die im Gelb-Rot-Bereich wirken hingegen „warm“ (Abb. 2). Dunkle Töne erzeugen einen Eindruck von „Schwere“, helle dagegen muten „leicht“ an.
Diese Gesetzmäßigkeiten lassen sich praktisch nutzen. So wirkt beispielsweise ein schmaler, hoher Flur optisch niedriger, wenn die Decke und etwa 10 Zentimeter der oberen Wandfläche dunkler gestrichen werden als „der Rest“ (Abb. 3). Ein Raum, dessen Decke heller als die Wände gestrichen wird, macht einen größeren Eindruck (Abb.4). Gerade kleine und dunkle Räume können durch die Auswahl der richtigen Farbtöne so gestaltet werden, dass sie optisch größer und vor allem heller wirken. Dies gilt besonders für alte Häuser, wo im Gegensatz zur modernen Architektur, die mit viel Glas arbeitet, oftmals dunkle Töne vorherrschen, und das bei niedrigen Decken und kleinen Fenstern. Hier gilt es, durch die Wahl von hellen, pastelligen Farbtönen die Kraft der natürlichen Lichtquellen optimal zu nutzen und zu verstärken.
Für farbige Wohnraumgestaltung bietet der Handel nuancenreiche Sortimente hochwertiger Wandfarben an, die sich reizvoll kombinieren lassen. Sie decken so gut, dass man in der Regel mit einem Anstrich auskommt – gleichmäßiges Arbeiten vorausgesetzt. Ehe man jedoch eine Entscheidung für einen Farbton trifft, sollte ein Probeanstrich gemacht werden. Für diesen Zweck sind Miniportionen erhältlich, mit denen man auf kleiner Fläche ausprobieren kann, ob der Farbton so wirkt, wie es beabsichtigt war.
Selbstverständlich kann man auch eigene Wege gehen. „Aber Vorsicht – mischen ist nicht ganz einfach“, warnt das Deutsche Lackinstitut (DLI) und empfiehlt Heimwerkern, die sich nicht sicher fühlen, den richtigen Farbton zu treffen, den Mischservice in Anspruch zu nehmen, der beim Fachhandel und in den Baumärkten kostenlos angeboten wird.
Farben mit Wellness-Effekt
Der geschickte Einsatz von Farbe im Haus kann wie eine Licht- und Farbtherapie wirken. Das ist das positive Ergebnis einer Farbauswahl, die sich an den gegebenen Räumlichkeiten und den Vorlieben der Bewohner orientiert. Der eine bevorzugt starke Kontraste, der andere setzt mehr auf ein ausgewogenes, harmonisches Farbenspiel. Entscheidend ist letztlich, dass man sich in den neu gestalteten Räumen wohl fühlt. Deshalb sollte, bevor die Entscheidung für einen Farbton endgültig fällt, ein Probeanstrich gemacht werden, mit dem man auf kleiner Fläche ausprobieren kann, ob der Farbton so wirkt, wie es beabsichtigt ist. Zum Streichen sollte man die schönen Tage wählen. Denn im natürlichen Sonnenlicht kommt die tatsächliche Wirkung der Farben besser zur Geltung. Außerdem lassen sich die Farben besser verarbeiten, wenn es draußen nicht feucht und kalt ist.






