Farbwelten für Kinder

Farben sind für die gesunde Entwicklung eines Kindes wichtig. In der Zeit vom Baby bis zum Teenager verändern sich die Wahrnehmungen von Farben ebenso wie die Vorlieben für bestimmte Farbtöne. Dies sollten Eltern bei der Gestaltung des Kinderzimmers, dem Ort, wo die Kleinen die meiste Zeit verbringen,  berücksichtigen. Dabei gilt es die Balance zu halten zwischen anregenden Farbkombinationen und einer Farbgebung, die die Kinder nicht mit Reizen überfordert.

Kinder brauchen eine Umgebung, die ihre Phantasie beflügelt und zugleich Geborgenheit vermittelt. Deshalb sollte das Kinderzimmer in hellen und freundlichen Farben gehalten sein und ein gewisses Maß an Abwechslung bieten. Hier gilt es, ein gesundes Mittelmaß zwischen Reizüberflutung und Reizarmut zu finden, damit die sinnliche Wahrnehmung weder über- noch unterfordert wird. Man sollte zudem bedenken, dass auch im Zimmer verstreute Spielsachen farbige Akzente setzen und damit die Wahrnehmung des Kindes zusätzlich beeinflussen. Starke Kontraste zwischen Boden, Wand und Decke sollten möglichst vermieden werden, da sie zu spannungsreich sind. Auch Volltonfarben auf großen Wandflächen können sehr dominant und sogar bedrohlich wirken. Aufgrund ihrer Augenhöhe stellen sich Räume für Kinder Räume wesentlich höher und weitläufiger dar als für Erwachsene.

Die räumliche Umgebung eines Kindes hat großen Einfluss auf seine Entwicklung. Während der Raum im Säuglingsalter Ruhe, Wärme und Geborgenheit ausstrahlen sollte, entwickeln Kinder zwischen drei und sechs Jahren eine Vorliebe für kräftige Rot-, Gelb- oder Blautöne.  Die Hersteller von Farben und Lacken in Deutschland haben für Kinder verschiedener Alterstufen zum Teil eigene Farbwelten und Gestaltungshilfen mit kindgerechten Motiven entwickelt, in deren Umgebung Kinder sich wohlfühlen. Ab einem gewissen Alter sollten sie bei der Gestaltung ihres Zimmers mitbestimmen dürfen. Da sich mit dem Alter auch das Farbempfinden ändert, sollte die Gestaltung des Kinderzimmers häufiger wechseln als in den anderen Räumen.


Wände als Spielflächen

Um mit Farbe die Wahrnehmung des Kindes anzuregen, ist eine ausgewogene Mischung von verwandten Farbtönen und Kontrasten zu empfehlen. Es gilt: Je größer die Fläche und je ausgeprägter die Form, desto zurückhaltender sollte die Farbe sein. Neben der visuellen Wahrnehmung farblicher Eindrücken können unterschiedliche Oberflächenstrukturen den Tastsinn fördern. So gibt es Wandfarben auf dem Markt, die sich wie Textilien oder Wildleder anfühlen. Besonders interessant für Kinder sind Magnetfarben, mit denen ein Teil der Wand beschichtet werden kann und sie als zusätzliche Spielfläche erschließt. Sie muss meist in mehreren Schichten aufgetragen werden und belebt das Kinderzimmer dadurch, dass wechselnde Gestaltungselemente, wie Poster, Magnetbuchstaben und -zahlen, auf ihr angebracht werden können. Damit kann man ganz nebenbei, beispielsweise in der Vorschulzeit, an den abwaschbaren Wänden auch noch spielerisch lernen. Auch Tafelfarbe eignet sich sehr gut für Kinderzimmer, so dass sich die Kinder ungehindert an bestimmten Wandflächen austoben können, ohne Schäden zu verursachen.


Farbe in Klassenzimmern

Die wichtigste Aufgabe einer kindgerechten Farbgestaltung im Kinderzimmer besteht darin, viel Raum zur Entfaltung zu geben und Geborgenheit zu vermitteln. Dies haben Architekten und Malerbetriebe auch bei der Gestaltung von Kindergärten und Schulen zu berücksichtigen. Die Farbgebung in diesen Einrichtungen muss mehrere Aufgaben erfüllen: Sie soll den Kindern Lust darauf machen, diese Einrichtungen zu besuchen und zudem die Orientierung im Gebäude erleichtern. Hier kann im Außenbereich durchaus mit kräftigen Farben gearbeitet werden. Bei der Auswahl der Farben für den Innenbereich sollte darauf geachtet werden, dass sie möglichst keine Lösemittel und Weichmacher enthalten. Dies ist heute bei den meisten Wandfarben der Fall. Die Hersteller von Farben und Lacken haben zudem Anstrichstoffe entwickelt, die auch für Allergiker geeignet sind und ohne Konservierungsstoffe auskommen.

Leistungsgemeinschaft für Fassaden- und Innenputze

 

Lackchemie in 52 Kapiteln - eine Sammlung der Gesellschaft deutscher Chemiker

 

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Aktualisierung: 
1. September 2011